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Wider die Götter

Nachschlag

„Heute können wir mit Hilfe dieser statistischen Erkenntnisse genau berechnen, dass man beim Glücksspiel nur geringe Chancen hat.“, sagt Gerold Permoser, Chief Investment Officer (CIO) und Chief Sustainable Investment Officer (CSIO) der Erste Asset Management.

Von Heraklit stammt der berühmte Satz „Der Krieg ist der Vater aller Dinge“. Das stimmt natürlich nicht. Zumindest nicht, wenn man sich die Geschichte des Risikomanagements anschaut. Peter Bernstein hat in seinem Bestseller Wider die Götter: Die Geschichte der modernen Risikogesellschaft sehr schön gezeigt, wie viele Konzepte des modernen Risikomanagements ihren Ursprung einem spielwütigen Adeligen zu verdanken hatten, der mithilfe der Statistik gewinnen wollte. Zumindest lässt sich die Geschichte der Wahrscheinlichkeitsrechnung nicht ohne Erwähnung des Glücksspiels erzählen.

Exemplarisch sei hier etwa die Geschichte des italienischen Universalgelehrten Gerolamo Cardano (1501 bis 1576) erzählt. Cardano beschäftigte sich in seinem Buch Liber de Ludo Aleae – zu Deutsch: Das Buch vom Würfelspiel – mit der Theorie der diskreten Zufallsprozesse. In Liber de Ludo Aleae geht es neben der Mathematik auch um moderne Konzepte wie Risikobereitschaft, psychologische Aspekte des Spiels, wie die Angst vor dem Wurf und Spielsucht. Auch andere, zeitlos moderne Konzepte widmeten sich der Frage nach dem besten Weg mit dem gewonnen Wissen effektiv zu betrügen.

Das war auch einer der Gründe warum Cardano kein Interesse daran hatte, sein Wissen der Öffentlichkeit zugänglich zu machen und sein Buch erst nach seinem Tod im Jahr 1663 veröffentlich wurde. Cardano selbst bestritt seinen Lebensunterhalt als Spieler. Ironie und leicht zu interpretierender Wink des Schicksals: Cardano probierte zu viel von seiner eigenen Medizin, erkrankte an Spielsucht und verspielte sein Vermögen und seinen guten Ruf.

Heute können wir mit Hilfe dieser statistischen Erkenntnisse genau berechnen, dass man beim Glücksspiel nur geringe Chancen hat. Dieses Wissen hält viele davon ab zu spielen.

[Gerold Permoser]

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